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Atomenergie - FAQ
Fragen zur Anti-Atom-Bewegung
Was ist die Anti-Atom-Bewegung?
Versuch einer Definition:
Diese Darstellung gibt einen vereinfachten Einblick in die Strukturen der Anti-Atom-Bewegung.
In der Anti-Atom-Bewegung organisieren sich i.d.R. unabhängige Basisgruppen, die sich gegen das Atomprogramm einsetzten.
Diese sind oft aus der 68er-Bewegung herforgegangen.
Die Gruppen sind streng basisdemokratisch organisiert. Die Bewegung hat keinen organisatorischen Überbau.
Grundsatzentscheidungen und gemeinsame Aktionen wie Castorblockaden werden auf der halbjährigen bundesweiten Anti-Atom-Konferenz diskutiert und beschlossen.
Hierzu entsenden die Basisgruppen Deligierte.
Entscheidungen werden grundsätzlich im Konsens getroffen, um niemanden zu unterdrücken.
Die Erfahrung lehrt, daß nur dann eine konstruktive, gemeinsame Arbeit möglich ist, wenn alle sich gleichberechtigt einbringen können und niemand
durch Profilierungsversuche den Diskussions- und Entscheidungsprozeß für seine persönlichen Bedürfnisse zu stören versucht.
Das Atomproramm stellt eine staatlich geförderte und (massiv) subventionierte Gewalttat gegen die Gesellschaft dar. (Leukämie, hohes Kernschmelzrisiko, Mißachtung eigener Systemkomponenten wie demokratischer Entscheidungen und (Verfassungs-) Gerichtsentscheiden)
Den Menschen, die sich in Anti-Atom Gruppen engagieren ist bewußt, daß der Widerstand gegen Atomstaat und -programm nicht zu derselben Gewalt
greifen darf, die er zu brechen versucht.
Widerstand gegen Gewalt muss auch Vorbild sein, fuer eine gewaltlose Konfliktlösung.
Der Gewaltbegriff wird so interpretiert, daß Gewalt immer eine psychische Komponente beinhaltet, also Gewalt Vorgehen gegen Menschen bedeutet.
Zerstörung von Sachgütern wie Bahnanlagen oder Castor-Transportstraßen ist demzufolge keine unmittelbare Gewalt sondern Sachbeschädigung und damit ein akzeptiertes Mittel im Kampf gegen ein menschenverachtendes System.
Aus diesem Grund gibt es innerhalb der Anti-Atom-Bewegung einen Konsens, der besagt, daß Aktionen keine Menschen gefährden und keine unverhätnismäßgen Umweltschäden anrichten dürfen.
© 1999 Institut zur Förderung von Akzeptanzproblemen in der Atompolitik.
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