Atomenergie - FAQ

Fragen zum Atomprogramm


Brauchen wir nicht die Atomkraft, um die Klimakatastrophe abzuwenden?

Oft wird unterschlagen, daß auch Atomkraft keine CO2-freie Energiequelle ist, wie es gerne von der Atommafia dargestellt wird.
Aufgrund der vorgelagerten Prozeßketten (Abbau und Anreicherung von Uran, Brennelementefertigung, Transporte etc.) müssen einer Kilowattstunde Atomstrom bis zu 160g CO2 angerechnet werden. (1)
Zudem macht die Atomkraft nur einen sehr kleinen Teil am Energieverbrauch aus. Selbst wenn sie weltweit durch Kohlekraftwerke ersetzt würde, würde dies die Umweltprobleme durch Treibhausgase nur geringfügig erhöhen. Umgekehrt könnte auch ein massiver Ausbau der Atomkraft kaum zum Klimaschutz beitragen: Ausschließlich zur Stromerzeugung lassen sich AKWs einsetzen; es gibt weltweit kein kommerziell betriebenes Kernheizwerk und kein atomgetriebenes Auto. Da sich Atomkraftwerke nur schwierig und mit hohen Kosten hoch- und herunterfahren lassen, können sie auch Strom nur für die Grundlast erzeugen. Außerdem könnte ein starker Ausbau von AKWs selbst zu Klimaproblemen führen: Radioaktives Krypton, das jedes AKW in die Luft bläst, hat in entsprechenden Mengen auch Wirkung auf das Klima. Es gibt verschiedene Konzepte, wie durch sparsamen Umgang mit Energie und den Ausbau von regenerativen Energien und Kraft-Wärme-Kopplung (Stromerzeugung und Heizung mit einer einzigen Anlage) auch bei einem Atomausstieg große Mengen an Kohlendioxid vermieden werden können.
Vor diesem Hintergrun kann die Atomkraft als "Klimaretter" nicht ernst genommen werden.  

(1) "Der Castor kommt!", Umweltforum Münster e.V., März 1998

© 1999 Institut zur Förderung von Akzeptanzproblemen in der Atompolitik.

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